COPD = Chronic Obstructive Pulmonary Disease

Was ist COPD?

Hinter der Abk√ľrzung COPD steht der englische Begriff "Chronic Obstructive Pulmonary Disease". Die deutsche Bezeichnung der "Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung" = COLK wird nur selten verwendet. COPD wird als Sammelbegriff f√ľr die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem verwendet und sollte nicht mit der chronifizierten Form des Asthma bronchiale verwechselt werden. In der √ľberwiedenden Mehrzahl der F√§lle ist die Ursache zur Entstehung der COPD das Rauchen!

"Obstruktiv" bedeutet, dass die Atemwege (=Bronchien) dauerhaft verengt sind. Diese Verengung f√ľhrt zum Husten, Auswurf und Atemnot, den wichtigsten Symptom der COPD.

Die Verengung der Bronchien (=Atemwege) entsteht durch folgende Faktoren:
Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus)
Ein Anschwellen der Schleimhaut in den Bronchien (√Ėdem)
Eine krankhaft erh√∂hte Schleimproduktion (Hyperkrinie) aufgrund einer dauerhaften Entz√ľndung der Atemwege (chronische Bronchitis) und Verlust der Flimmerhaare
Ohne eine konsequente Behandlung können im weiteren Verlauf auch die Lungenbläschen in Mitleidenschaft gezogen und schließlich zerstört werden:
Es kommt es zu einer krankhaften Überblähung der Lunge, d. h. es ist zuviel Luft in der Lunge vorhanden.
Diese kann zu einem so genannten Lungenemphysem f√ľhren.
Die Lunge sieht dann nicht mehr aus wie eine Rebe mit Trauben, sondern wie ein großer Ballon.
Eine normale Atmung ist damit nicht mehr möglich, und der Patient leidet unter Atemnot.

Häufigkeit und Ursachen

Die COPD geh√∂rt zu den h√§ufigsten Krankheiten, in der Top 10 Liste der WHO steht sie an 4. Stelle und ist f√ľr 5.1% aller Todesf√§lle verantwortlich. Weltweit wird mit etwa 44 Millionen COPD-Patienten gerechnet. Knapp 15 % der Schweizer/-innen √ľber 40 Jahre leiden an der Erkrankung, bei den √ľber 70-J√§hrigen sind es sogar knapp 30 %. Die Pr√§valenz (=H√§ufigkeit) der Krankheit ist steigend.

Die COPD ist unter den Lungenkrankheiten auch der h√§ufigste Grund f√ľr Arbeitsausf√§lle. In der EU sind das 41.300 Tage pro Jahr pro 100.000 Einwohner in der Europ√§ischen Union

Hauptursache f√ľr die Entstehung einer COPD ist das Zigarettenrauchen. Zwar k√∂nnen auch Nichtraucher erkranken, aber neun von zehn COPD-Patienten rauchen oder haben fr√ľher geraucht. Wichtig ist dabei vor allem, wie viel und seit wann der Einzelne raucht: Je l√§nger und je mehr Zigaretten pro Tag geraucht wurden, desto h√∂her ist das Risiko, an einer COPD zu erkranken.

Die Bedeutung des Nikotinkonsums zeigt sich inzwischen auch bei Frauen. Immer mehr Frauen greifen zur Zigarette. W√§hrend √ľber Jahrzehnte M√§nner die COPD-Statistik anf√ľhrten, erkranken mittlerweile nahezu ebenso viele Frauen wie M√§nner. Die Lungen von Frauen scheinen f√ľr die Schadstoffe im Zigarettenrauch empfindlicher zu sein.3

Auch andere, l√§nger andauernde Reizungen der Lunge mit Schadstoffen, wie starke Belastungen mit Staub (Bergbau) oder gef√§hrliche Gase am Arbeitsplatz, k√∂nnen die Krankheit beg√ľnstigen, allerdings treten sie im Vergleich zum Zigarettenrauchen deutlich in den Hintergrund. Auch erblich bedingte Einfl√ľsse k√∂nnen Risikofaktoren und m√∂gliche Ausl√∂ser einer COPD darstellen.

Verlauf

Durch die st√§ndige Reizung der Bronchien und der Lunge mit Schadstoffen (=Reizgasen) aus dem Zigarettenrauch kommt es zu einer chronischen Entz√ľndung der Atemwege mit dauernder Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Verengung der Bronchien.
Dank der aktiven Atmung str√∂mt zwar Luft duch die verengten Bronchien ein, jedoch gen√ľgt die Zeit bis zum n√§chsten Atemzug nicht, die Lungen wieder gen√ľgend zu entleeren, es bleibt also zuviel Luft in den Lungen zur√ľck. Die √úberbl√§hung der Lungen f√ľhrt zum st√§ndigen Atemnotgef√ľhl. Aufgrund der Atemnot kommt es zu einer eingeschr√§nkten Belastbarkeit.
Die Folge: Patienten meiden k√∂rperliche Aktivit√§ten und schonen sich. Das kann schon bald zum Abbau von Muskulatur und zur Beeintr√§chtigung des Herz-Kreislauf-Systems f√ľhren.
Die Kondition kann sich noch weiter verschlechtern, was wiederum die Beschwerden der COPD verst√§rkt und zur Reduzierung der Lebensqualit√§t f√ľhren kann.

Exogene Faktoren, wie extreme Wetterlagen (Hitze, K√§lte und hohe Luftfeuchtigkeit), Rauch und Staub, Infekte der unteren Atemwege durch Viren oder Bakterien k√∂nnen zu einer Verschlechterung (=Exazerbation) f√ľhren.

Da jede COPD-Exazerbation auch nach ihrem Abklingen die Lungenfunktion und den weiteren Verlauf der Erkrankung deutlich verschlechtert, sollte das Auftreten von Exazerbationen durch folgende Maßnahmen reduziert werden:

Diagnose

Je fr√ľher die COPD diagnostiziert und behandelt wird, desto besser kann der Verlauf der Erkrankung mit wirksamen Massnahmen (Rauchstopp!) und Medikamenten beeinflusst und die Beschwerden verbessert werden. Fr√ľherkennung ist daher wie bei vielen anderen Erkrankungen auch bei der COPD oberstes Ziel.
Die Diagnose einer COPD erfolgt mit folgenden Untersuchungen:

In der Regel wird die Erstdiagnose oder der Verdacht auf eine COPD durch den Patienten oder den Hausarzt gestellt, der dann f√ľr eine ausf√ľhrliche Untersuchung der Lungenfunktion an den Lungenspezialisten √ľberweist.
Die Lungenfunktionspr√ľfung ist das wichtigste medizinische Diagnoseverfahren, um eine COPD festzustellen. Dabei werden folgende Parameter gemessen:

Nach den Ergebnissen der Lungenfunktion und den Beschwerden des Patienten wird die COPD in Schweregrade (modifiziert) eingeteilt.

 

Therapie

Die Therapie beinhaltet folgende Säulen:

 

Rauchstopp

Die wichtigste Behandlung (Basistherapie) der COPD ist der Rauchstopp. Dadurch wird das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verzögert. Unsere Spezialisten am LungenZentrum Hirslanden können Ihnen eine individuelle Rauchstopptherapie anbieten. Falls weiter geraucht wird, sind die medikamentösen Therapien praktisch nutzlos!

 

Medikamentöse Therapie

Die Behandlung der COPD verfolgt mehrere Ziele:

Ein wesentlicher Bestandteil der täglichen COPD-Therapie sind Medikamente. Im Allgemeinen werden zwei Arten von Medikamenten eingesetzt, die je nach Erkrankungsstadium auch miteinander kombiniert werden können:

Bronchodilatatoren
Bronchodilatatoren sind Arzneimittel, die die Bronchien erweitern und so eine Besserung der Beschwerden erzielen ‚Äď und die Abw√§rtsspirale des Luftstaus durchbrechen k√∂nnen. Dazu geh√∂ren Anticholinergika (zB. Atrovent, Spiriva) und Wirkstoffe aus der Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika (kurzwirksam: zB. Ventolin, Bricanyl; langwirksam: zB. Foradil, Serevent, Oxis).Diese Medikamente sind die Basistherapie der COPD, und sie sollten von Anfang an jeden Tag angewendet werden. Sie werden vorzugsweise eingeatmet (inhaliert), weil sie dann auf dem k√ľrzesten Weg die erkrankten Bronchien erreichen.Speziell die langwirksamen Anticholinergika Spiriva) k√∂nnen zum Beispiel bei nur einmal t√§glicher Inhalation die verengten Atemwege √ľber 24 Stunden lang √∂ffnen. Speziell entwickelte Inhalatoren erleichtern die Anwendung (Handyhaler).

Inhalatives Kortison
Inhalatives Kortison wird bei sehr schweren COPD-Verläufen mit häufigen Exazerbationen in Ergänzung zu den Bronchodilatoren eingesetzt (zB. Alvesco, Pulmicort, Axotide).

Kombinationspräparate
H√§ufig m√ľssen die Beta-2-Sympathomimetika in Kombination mit den inhalativen Kortisonpr√§paraten eingesetzt werden, dann kommen die Kombinationspr√§parate: Symbicort (= Oxis+Pulmicort) oder Seretide (= Serevent+Axotide) zur Anwendung.

 

Ambulante pulmonale Rehabilitation

Die bei verschiedensten chronischen Lungenerkrankungen durch Atemnot unter Belastungssituation sich aufbauende Inaktivit√§tsspirale f√ľhrt zu k√∂rperlichem Leistungsabbau infolge Dekonditionierung. Die Rekonditionierung ist demnach der Schl√ľssel zum Erfolg rehabilitativer Ma√ünahmen. Neben Kenntnissen aus der medizinischen Trainingstherapie sind zur individuell m√∂glichen und notwendigen Trainingsplanerstellung Kenntnisse der Lungenfunktion w√§hrend Ruhe- und Belastungsphasen erforderlich.

In eigens daf√ľr ausgestatteten Trainingsr√§umen in Zusammenarbeit mit dem MoveMed werden an verschiedensten Ger√§ten und auch ohne diese ein Atemmuskel- und Skelettmuskeltraining in Form von Ausdauer- und Krafteinheiten als medizinische Trainingstherapie durchgef√ľhrt. Die pulmonale Rehabilitation unterliegt strengen medizinischen Kriterien, um sich von modernen unkontrollierten Fitnessmodestr√∂mungen abzusetzen.

Bestandteile der pulmonalen Rehabilitation

Die Spezialisten des LungenZentrums Hirslanden oder Ihr Hausarzt kann Sie zu einem Trainingsprogramm anmelden. Anmeldeformular zur ambulanten pulmonalen Rehabilitation.

Hier finden sie weiterf√ľhrende Literatur zur ambulanten pulmonalen Lungenrehabilitation: Die g√ľltigen Richtlinen der Schweiz und eine Zusammenfassung.

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Abdomen: Bauchregion

Ablation: Operative Entfernung

Anamnese: Vorgeschichte einer Krankheit

Angina pectoris: Erkrankung der Herzkranzgefässe

Angioplastie: Ausdehnung eines Blutgefässverschlusses mit einem Ballonkatheter

Arrhythmie: Unregelmässige Herzschlagfolge

Aspiration: Ansaugen von Luft oder Flüssigkeiten